ab heute werde ich Euch mal aus meinen neuen Leben erzählen. Bislang ist es ja nicht so dolle gelaufen. Bin zwar erst geschätzte zwei Jahre (kann mich leider nicht mehr erinnern, wann ich genau geboren wurde) und soweit ein ganz fittes und agiles Mannsbild (wobei man mir das entscheidende „Etwas“ im September genommen hat – brummel), doch ein kleines Handicap habe ich: Ich bin seit geraumer Zeit blind. Nicht, dass mich das weiter stört. Ganz im Gegenteil: Alle sagen immer „Ach, das ist aber schade.“ und so bin ich bei allen stets der ‚Hahn im Korb’. Ich find’s prima, denn dann bin ich dauernd im Mittelpunkt und alle wollen mich bepusseln. OK, das kann auch nervig werden, wenn ich mal ein Schläfchen auf dem Sofa halten möchte. Jedenfalls komme ich mit diesem Handicap super klar und gehe auch ganz locker damit um.
Seit dem 10.10.2008 bin ich jetzt in meinem neuen Zuhause und heiße auch nicht mehr Hajo, sondern Murmel. Wobei ich "Mr. Cool" viel besser fände - doch ich wurde nicht gefragt.
Leider bin ich nicht allein, denn dann könnte ich so richtig Pascha sein und das Futter würde nur mir zustehen. Ist ein bisschen schade. Doch die zwei weiteren Mitbewohner sind ganz ok.
Der eine heißt Max und muss ein ziemlicher Brummer sein, denn der stapft immer geräuschvoll durch die Bude. Doch 'ne Stimme hat der, da könnt’ ich mich beömmeln. Sopran pur! Passt gar nicht zu seinem Getrampel. Manchmal ist er auch etwas brummelig, dann faucht er mich an. Gehauen hat mich auch schon mal, doch ich hab’ mich gewehrt und ihn auch getroffen. Auch wenn ich auf’s Gratewohl zuschlage.
Die andere ist eine ältere, zurückhaltende Katzendame namens Lina. Ist wohl etwas schreckhaft, denn wenn ich auf sie zugehe, haut sie gleich ab. Scheint aber ganz freundlich zu sein. Sie lässt mich jedenfalls in Ruhe. Werde mal weiter versuchen, mich dem Katzenmädel zu nähern. Vielleicht bekomme ich sie ja soweit, dass wir auf dem Sofa oder Bett mal kuscheln. Schließlich wird’s draußen langsam kalt und man(n) braucht ein warmes, kuscheliges Plätzchen. Hihihi…
Was kann ich sonst noch erzählen? Achja, bis gestern bekam ich Medikamente gegen Durchfall. Das ist vielleicht blöde. Die Karin, das ist wohl die vermeintliche Hausherrin (der eigentliche Chefe bin ja ICH!), hat mich einfach gepackt. Finde ich voll fies, schließlich sehe ich sie doch nicht. Dann bekam ich über mehrere Tage immer so’ne ekelige Paste ins Mäulchen. Pfui bah! Doch der Durchfall ist jetzt besser und ich müffel auch nicht mehr so dolle. Was ein feiner Kater sein will, muss auch was erdulden…
Einen Verbesserungsvorschlag habe ich aber: Mehr Futter für mich – für mich gaaanz alleine! Seit meinem Durchfall gab’s kein Dosenfutter mehr. Ich protestiere! Schließlich mag ich das viel lieber als dieses dröge Zeugs. Hoffentlich ändert sich das bald wieder, dann kann ich den anderen endlich wieder das Dosenfutter wegfuttern. Haha!
Übrigens habe ich auch schon versucht, Wasser aus dem Wasserhahn zu trinken. Den Wasserstrahl kann ich ja nicht sehen, so dass ich ständig meinen ganzen Kopf unter das Wasser halte. Ist aber toll und macht viel Spaß. Nur Karin hat nicht viel Spaß, denn die darf anschließend die Küche trocken legen.
Und der Garten ist super. Ist zwar nicht riesig, doch mir reicht er aus. Allerdings ist er komplett mit Katzennetz eingezäunt, so dass ich gar nicht zu den Nachbarn kann. Dabei hat mich der eine Nachbar schon angesprochen und versucht, zum Zaun zu locken. Doch ich bin da lieber vorsichtig, schließlich sehe ich ihn nicht. Im Garten bin ich gerne, vor allem, wenn die Sonne scheint und es noch etwas wärmer ist. Gelegentlich hüpfe und springe ich wie ein kleines Pferd herum. Mir macht's auch Spaß, einfach im Garten zu sitzen und zu schnuppern oder zu hören, was um mich herum passiert. Gelegentlich knabbere ich auch an den Grashalmen.
Wenn die Karin mich ruft, um ins Haus zu kommen, springe ich mit Vorliebe einfach drauf los. Ist bislang auch gut gegangen. Naja, durch das ein oder andere Beet bin ich schon getrampelt. Die letzten Tage hatte ich ständig nasse Pfötchen und da ich das patschige Gefühl an den Pfoten nicht mag, bleibe ich lieber auf dem Sofa.
An Karins Stimme kann ich mich auch gut orientieren. Wenn sie mich z. B. durch die Terrassentür wieder hereinlässt, schnippst sie an der Stelle, wo der Durchgang ist, mit den Fingern. So kann ich mich daran orientieren und stupse nicht vor die Tür. Bevor sie mich anfasst, spricht sie mich auch an. Dann erschrecke ich mich nicht und kann mich darauf einstellen, dass ich angefasst werde. Es sei denn, es gibt Medizin, dann werde ich nicht vorgewarnt.
Einen Spitznamen habe ich auch schon bekommen: Stevie. Soll etwas mit 'nem amerikanischen Sänger zu tun haben. Angeblich wiege ich meinen Kopf so hin und her wie er es auch macht, wenn er singt. Ist mir noch nicht aufgefallen.
Achja, und „kleiner Stinker“ werde ich genannt, weil ich meine Häufchen nicht so richtig verbuddele. Mensch, ich geb’ mir doch große Mühe. Ehrlich! Was soll ich denn machen, wenn ich es einfach nichts sehe?! (Aber riechen tue ich’s – muss ja keiner wissen…)
Die Karin sagt immer, sie müsse mich noch erziehen. Ich weiß gar nicht, was sie will. Das Sofa ist doch super zum Krallenschärfen. Aber nein, dafür gibt es ja die Kratztonnen. Hach wie vornehm. Soll ich jetzt ständig das Wohnzimmer absuchen, bis ich die doofen Tonnen gefunden habe? Ist doch viel einfacher, wenn ich nach einem Schläfchen vom Sofa rutsche und direkt ein bisschen am Sofa herumkratze.
Ach, bevor ich zum Schluss komme: Über eine Sache muss ich mich noch beschweren: Die eine Stehlampe im Wohnzimmer muss weg. Es geht nicht, dass ich bei jedem Kontrollgang davor basel. Das ist eindeutig nicht blindengerecht und ich fühle mich benachteiligt. Hiermit stelle ich gemäß AGG den Antrag, die Lampe an einen anderen Platz zu verbannen. Freien Lauf für Murmel! Jawoll!
So, das war’s für heute. Ich höre gerade, dass in der Küche das Futter vorbereitet wird. Dann muss ich jetzt los, bevor nix mehr für mich da ist…
Viele Grüße und bis(s) bald
Euer Murmel
PS: Neue Fotos kommen demnächst!




Also mutig mit den Pfoten durch dieses eiskalte, knirschende Zeug gestapft.
Anschließend habe ich erst die Fressnäpfe geplündert und mich danach auf's Sofa gelegt, um ausgiebig mein Fell zu pflegen. Es war durch den Schneefall ganz nass geworden. Und ungepflegtes Fell geht ja gar nicht.


Inzwischen schnuppert sie recht häufig an mir und wir liegen zusammen auf dem Sofa. Aber zusammen kuscheln ist nicht. Naja, ich arbeite daran...
Aber ich gönn's ihr (und dir!)
Lina hat sogar gewagt, einmal mit der Pfote - aber ohne Krallen - auf das Mäuschen zu titschen. Doch da gab's gleich einen Rüffel von unserem Menschen.
Hohoho grüßt Euch der Murmel aus dem Schnee!
Huhu!